Geschichte

Geschichte im Überblick

Ein kurzer Gang durch die Geschichte der Siedlung und des Vereins

Die Riedtlisiedlung entstand zwischen 1912 und 1919 nach den Plänen des damaligen Stadtbaumeisters Friedrich Fissler. Für Mieter aus besser gestellten Arbeiterkreisen und den Mittelstand gebaut, verfügten die Wohnungen über eigene Badezimmer – ein Novum für die Zeit in Zürich. Eine heterogene Architektursprache und grosszügig angelegte Aussenräume lockerten die für ihre Zeit dichte Bebauung auf, der Einfluss der damals als modern geltenden Gartenstadtbewegung ist ihr bis heute abzulesen.

Das viele Grün verleitete die Stadt Zürich als Besitzerin der Wohnanlage jedoch schon mehrfach dazu, Verdichtungsvorschläge zu machen: 1969 plante sie eine Tiefgarage, 1971 gar den Abbruch der Siedlung und stattdessen einen lukrativeren Neubau, Ende der 1970ern eine aufwändige Sanierung, die einen massiven Anstieg der Mietpreise mit sich gebracht hätte. All diese Vorhaben scheiterten nicht zuletzt am vehementen Widerstand der Mieterschaft. Das gemeinsame Auftreten für den Erhalt der Siedlung brachte 1977 die Gründung des Riedtli-Vereins mit sich, der nicht nur erreichte, dass sich das Stimmvolk für eine abgespeckte Sanierungsvariante aussprach, sondern auch, dass die Siedlung 1981 als Zeuge des Heimatstils unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Ein erneutes Sanierungsvorhaben der Stadt konnte dank Engagement des Vereins in den 1980ern einmal mehr reduziert werden. Ergebnis war die zwischen 2003 und 2007 umgesetzte Renovation unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten: Küchen und Bäder wurden saniert und eine Vielzahl kleinerer Wohnungen zusammengelegt, so dass die Siedlung heute über grosszügige und sehr begehrte Familienwohnungen verfügt. Eine Erneuerung der Umgebung der Siedlung erfolgte 2008 und rundete die Bauarbeiten ab.

Heute leben in den 28 Häusern mehrheitlich Familien mit Kindern. Den Riedtliverein gibt es immer noch: Er setzt sich nach wie vor für die Bedürfnisse der Mieterinnen und Mieter ein – für mehr Veloabstellplätze, schattige Kinderspielplätze und weniger Autos in der Siedlung, aber auch für gesellige Anlässe wie ein jährliches Sommerfest und dafür, dass der Samichlaus am 6. Dezember den Weg in die Siedlung findet. (mo)

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